Impfquoten steigern: Zugangsbarrieren reduzieren
barrierearme Impfangebote könnten Impfquoten verbessern
aktuell bestehen Lücken bei Gebärmutterhalskrebs-, Auffrischungs- und saisonalen Impfungen gegen Atemwegserreger
Forschende bekräftigen Effektivität von Schulimpfprogrammen, Apothekenimpfungen und Impferinnerungen
In Deutschland gibt es in allen Altersgruppen deutliche Impflücken . Ein verbesserter Zugang zu Impfungen ist eine relevante Stellschraube, um die Impfquoten zu erhöhen. In Deutschland muss man für eine Impfung meist aktiv eine Praxis aufsuchen oder das medizinische Personal macht bei Gelegenheit ein Impfangebot – es ist ein opportunistisches System, in dem Impfen manchmal einfach vergessen wird.
Viele andere europäische Länder haben hingegen strukturierte Impfangebote, die Wirkung zeigen, zum Beispiel gegen Humane Papillomviren (HPV). In Ländern mit Schulimpfungen und Impferinnerungen ist die HPV-Impfquote nachweislich höher, während sie in Deutschland „suboptimal“ ist [II]. In einigen Regionen hierzulande wurden derweil schon erfolgreich Schulimpfprogramme getestet, zum Beispiel in Bremen: Dort konnte die Impfquote um bis zu 15 Prozent gesteigert werden [III]. Auch die neue U10-Untersuchung im Alter von neun bis zehn Jahren könnte in Zukunft Impfquoten bei Jugendlichen erhöhen [IV].
Stellvertretender Direktor und Oberarzt der Klinik für Innere Medizin IV mit den Schwerpunkten Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel
Defizite bei der Impfquote bei chronisch Erkrankten
„Die Impfquoten sind in Deutschland deutlich zu niedrig, besonders relevant ist dies für chronisch kranke Menschen. In einer Studie konnten wir zeigen, dass beispielsweise weniger als jeder zweite chronisch nierenerkrankte Patient und weniger als jeder dritte nierentransplantierte Patient gegen die Grippe geimpft wurde . Dies ist für diese Menschen gefährlich, da insbesondere diese Patientengruppen häufig sehr schwere Krankheitsverläufe aufweisen.“
Impferinnerungen
„Jeder Patient, bei dem eine Impfung geboten ist, sollte ein konkretes Angebot erhalten. Unsere Untersuchung hat gezeigt: Am besten wirkt es, wenn dieses Angebot von einem bekannten Arzt unterbreitet wird . In Zeiten von agentischer KI bieten sich hier neue Möglichkeiten an, die es Haus- und Fachärzten erlauben, aufbauend auf ihrem Arzt-Patienten-Verhältnis Risikopatienten effektiv zu identifizieren, kontaktieren und zu impfen.“
„Meines Erachtens besteht ein wesentliches Problem darin, dass bislang kein systematischer Prozess zur Identifikation und anschließenden Kontaktaufnahme mit Patientinnen und Patienten mit einer entsprechenden Impfindikation etabliert ist.“
„Zwar ermöglichen einzelne Praxis- und Verwaltungssysteme bereits heute grundsätzlich die Identifikation ungeimpfter Patientinnen und Patienten. Entscheidend wäre aus meiner Sicht jedoch, darüber hinaus einen koordinierten, digitalen und perspektivisch KI-basierten Prozess zu etablieren. So könnten die strukturierte Identifikation von Patientinnen und Patienten mit einer Impfindikation und deren systematische Ansprache und Nachverfolgung schnittstellenlos ineinandergreifen.“
Auf die Frage, ob man während eines stationären Aufenthalts impfen sollte:
„Jeder geimpfte Patient ist ein Gewinn, unabhängig davon, wo er geimpft wird. Ich bin aber davon überzeugt, dass der beste Weg ist, moderne Informationstechnik mit dem bestehenden Vertrauensverhältnis der Patienten zu ihren Ärzten zu kombinieren. Es braucht politisch klarere Rahmenbedingungen, damit die technischen Voraussetzungen in jedem Praxisverwaltungsprogramm auch gegeben sind.“
Direktorin für Digitale Medizin und Interoperabilität, Berlin Institute of Health (BIH), und Direktorin, Core-Unit eHealth und Interoperabilität (CEI), Charité, Berlin
Apothekenimpfungen
„Apothekenimpfungen haben einen hohen Effekt durch leichten Zugang. Weitere Impfungen über Grippe und COVID-19 hinaus sind sinnvoll, wenn Qualifikation, Vergütung und Dokumentation gesichert sind. Bisher ist dies nicht der Fall, da es noch keinen einheitlichen digitalen Impfpass in der elektronischen Patientenakte (ePA) gibt. Manche Systeme bieten einen digitalen Impfpass an, dieser ist aber meist nicht interoperabel – das heißt, in den Apothekensystemen beschreib- und lesbar und zwischen verschiedenen Praxisverwaltungssystemen und der ePA interoperabel.“
Impfen in Schulen und Betrieben
„Schulen und U10 können einen sehr hohen Effekt haben, besonders bei HPV, Masern und Auffrischimpfungen. Digitale Einwilligung und direkte Impftermine – auch über die ePA – sind entscheidend. Betriebsärzt:innen haben einen hohen Effekt bei Erwachsenen und Risikogruppen. Sie müssen Impfungen interoperabel in der ePA dokumentieren können. Mobile Angebote sind besonders wirksam für schwer erreichbare Gruppen. Regionale Impflücken sollten die Einsätze digital steuern.“
Impferinnerungen über die elektronische Patientenakte
„ePA-Erinnerungen sind besonders wirksam. Dafür braucht es einen vollständigen, strukturierten digitalen Impfpass auf Basis einheitlicher FHIR-Standards, eine automatisierte Auswertung nach aktuellen Stiko-Empfehlungen, sichere Benachrichtigungen, direkte Terminbuchung und die Rückmeldung erfolgter Impfungen. Hier befinden wir uns noch am Anfang: Obwohl es einen MIO-Impfpass gibt, wurde er nicht implementiert und muss für Impfungen in der Apotheke überarbeitet werden. Die ePA darf nicht nur Dokumentenablage sein, sondern muss ein aktives Präventionsinstrument werden.“
Impferinnerungen über die Krankenkassen
„Die Daten der Krankenkassen zur Impfung sind meines Erachtens unvollständig und unpräzise. Impfungen werden in diesen Daten nur als Abrechnungsziffern dargestellt, daher fehlen viele Angaben, zum Beispiel die Chargennummer, Impfungen im Ausland, und Impfungen, die nicht mit der Kasse abgerechnet wurden. Meines Erachtens sollten der Arzt, die Apotheke oder die ePA an Impfungen erinnern und nicht allein die Krankenkassen.“
Impferinnerungen über die Praxen
„Erinnerungen durch Praxen und Krankenkassen sind kurzfristig gut umsetzbar, aber Praxen sind hier noch am Anfang. Dafür braucht es einheitliche Regeln und Schnittstellen statt unterschiedlicher proprietärer Lösungen. Ein Beispiel: Eine Praxis dokumentiert Impfungen mit der Software x.impfen von medatixx, eine andere mit ImpfDocNE von CGM. Beide Systeme unterstützen Impfstatus, Stiko-Prüfung und Recall, verwalten die Daten aber zunächst innerhalb ihrer jeweiligen Praxisverwaltungssystem-Umgebung. Daher werden bei Umzug oder Arztwechsel die Daten nicht übernommen und verweilen in den jeweiligen Systemen und nicht beim Bürger. Digitale Nachrichten sollten durch Briefe oder Anrufe für schwer erreichbare Menschen ergänzt werden.“
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Medien- und Kommunikationswissenschaft, Universität Erfurt
Defizite bei der Impfquote
„Ein Blick ins RKI-Impfquotenmonitoring belegt, dass zum Beispiel die HPV-Impfraten für Mädchen (55 Prozent vollständig) und für Jungen (36 Prozent vollständig) noch weit hinter den empfohlenen Zielen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zurückbleiben. Aber auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis-Impfquote (FSME) (insgesamt zu 30 Prozent vollständig) ist eigentlich zu niedrig dafür, dass mit wärmerem Klima immer mehr Risikogebiete für die FSME-Erkrankung ausgerufen werden müssen, weil sich die infizierten Zecken schnell verbreiten.“
„Bei der Zielgruppe der Menschen über 60 Jahren liegen alle Impfquoten für empfohlene Impfungen unter den Zielen der WHO. Die jährliche Influenza-Impfung (34 Prozent) und die jährliche COVID-19-Auffrischungsimpfung (16 Prozent) schützen zusammen mit der einmaligen Pneumokokken-Impfung (21 Prozent) gegen Infektionen und Lungenentzündungen – gerade deshalb sind sie für die ältere Bevölkerung dringend empfohlen. Immer mehr in Anspruch genommen wird die Herpes-Zoster-Impfung (aktuell 24 Prozent), aber auch dort sind noch viele Menschen vor einer schmerzhaften und gefährlichen Gürtelrose ungeschützt.“
Relevanz des Zugangs zu Impfungen
„Im vergangenen Jahr haben wir die Zielgruppe der jungen Erwachsenen zu ihrer Einstellung zur HPV-Impfung in einer Online-Studie befragt. Dort gaben sie an, dass eine Nachhol-Impfung für viele von ihnen grundsätzlich infrage käme.“
„Barrieren waren aber einer der entscheidenden Faktoren: Dazu zählt die (teils mangelnde) Kostenübernahme für die Impfung, aber vor allem der mangelnde Anschluss an Versorgung: circa 25 Prozent berichteten, keine allgemeinmedizinische Versorgung durch Hausärztinnen und Hausärzte zu haben. Frauen fehlte zu 34 Prozent eine gynäkologische Versorgung. Insgesamt könnten gerade bei dieser Zielgruppe Apotheken als Impforte einen Beitrag leisten, den sie bereits seit der COVID-19-Pandemie unter Beweis stellen.“
Apothekenimpfungen
„Da in unserer Umfrage im vergangenen Jahr circa 25 Prozent der jungen Erwachsenen zwischen 18 und 26 Jahren angaben, keine Hausärztin oder Hausarzt zu haben, könnten Apotheken als vertraute Orte medizinischer Beratung bei dieser Zielgruppe einen großen Hebel darstellen. Aber auch die Zielgruppe der über 60-Jährigen ist noch öfter in der Apotheke als bei Ärzten. So könnte das Angebot in Apotheken auch dazu führen, dass Menschen über 60 Jahren an Impfungen erinnert werden und den Termin dafür aktiv bei ihren Ärzten ausmachen.“
Impfen in der Schule
„Schulimpfprogramme sind zwar bürokratisch sehr aufwendig, doch der Aufwand wird auch mit überdurchschnittlich großem Impfschutz belohnt, wie erfolgreiche Interventionen aus Sachsen zeigen.“
Impfen bei der Arbeit
„Betriebsärztliche Impfprogramme können vor allem dann Barrieren reduzieren, wenn sich Mitarbeitende vor Ort und während der Arbeitszeit impfen lassen können. Impfquoten können weiter steigen, wenn man diese Angebote verknüpft mit weiteren Anreizen – zum Beispiel, indem man den Termin als Arbeitszeit anrechnet – und sozialer Norm: Gehen Vorgesetze und Mitarbeitende zur Impfung, geht man tendenziell auch mal ‚mit‘. Dies wäre für Individuen und Geschäftsinhaber von Vorteil, da Geimpfte in der Folge auch seltener krankheitsbedingt ausfallen. Schwieriger ist es in Regionen mit kleinen Betrieben, die keine eigene Betriebsmedizin vor Ort haben.“
Mobile Impfangebote
„Während der COVID-19-Pandemie kamen Impfbusse in Ortschaften, in denen keine allgemeinmedizinische Praxis die Versorgung übernehmen konnte. In unseren Befragungen gaben Menschen aus kleineren Ortschaften an, dies auch in Anspruch genommen zu haben. Als zusätzliche Maßnahme neben bestehenden Optionen wie Fachärzten, Allgemeinmedizin oder Apotheken muss jedoch genau geprüft werden, wie.“
Impferinnerungen
„Erinnerungssysteme sind durch die Forschungsliteratur (Reviews und Meta-Analysen) als effektive Interventionen bekannt, um die Impfquoten zuverlässig zu steigern. Auch Erinnerungen der Ärzt:innen und Krankenkassen haben sich in vergangenen Interventionen als effektiv erwiesen, die Impfquoten für verschiedene Impfungen zu steigern.“
„Ein Beispiel dafür ist die InveSt-HPV-Studie des Robert Koch-Instituts. Die Studie versuchte, Erinnerungssysteme für die HPV-Impfung zu implementieren. Da diese Intervention auch noch weitere Hebel genutzt hat, um die Impfquoten zu steigern, kann man die Effekte zwar nicht allein der Erinnerung zuschreiben, jedoch spricht das Ergebnis für sich: 70 Prozent der Kinder, die eine Erinnerung erhalten hatten, aber nur 44 Prozent der Kinder, die keine Erinnerung erhalten hatten, waren mindestens einmal gegen HPV geimpft [2].“
Impfen in Krankenhäusern
„Auch in Krankenhäusern kann man Menschen erreichen, deren Impflücken geschlossen werden können. Hier kommt es aber sicher auf eine behutsame Ansprache an, da Patient:innen in Krankenhäusern an ihre akute Therapie und Genesung und weniger an Prävention denken. Aus Studien zum Thema Herzinfarkt und Herzinfarkt-Nachsorge weiß man jedoch: Impfungen gegen Infektionskrankheiten helfen, dass das Herz im Jahr nach dem Herzinfarkt nicht mehr durch Infektionen zusätzlich belastet wird – Menschen werden in der Folge schneller und öfter wieder gesund [3].“
Impfungen im Praxisalltag
„Der persönliche Kontakt zum Hausarzt oder der Hausärztin ist deshalb so wichtig, weil die Entscheidung für den Impfschutz dort individuell und gemeinsam mit den Patient:innen getroffen wird. Hier laufen alle Informationen zusammen: Vorerkrankungen oder Krankheitsgeschichte und Angebote sowie Wissen über Wirksamkeit und Sicherheit der Impfungen.“
„Gleichzeitig bedeutet das für Menschen, die in der pädiatrischen und hausärztlichen Versorgung arbeiten, kontinuierlich die neusten Entwicklungen und Impfstoff-Angebote kennen zu müssen. Dazu kommt, dieses Wissen auch gut an die Patient:innen weiter geben zu müssen und komplexe Befunde so einfach wie möglich herunterzubrechen. Sie müssen bestehende Ängste der Patient:innen aufnehmen, diese bei Gelegenheit ausräumen und eine Impfempfehlung aussprechen.“
„Vergütet wird jedoch häufig nur die durchgeführte Impfung, nicht das Beratungsgespräch an sich. Das stellt Ärztinnen und Ärzte sowie medizinisch-technische Assistent:innen vor zusätzliche Herausforderungen im Praxisalltag.“
Relevanz von Aufklärung
„Sobald Zugangshürden beseitigt sind, hält allein die mangelnde Aufklärung oder mangelndes Vertrauen die Menschen zurück. Da wir in unserem Gesundheitssystem aktuell relativ niedrige Hürden haben, viele Impfungen kostenfrei und an mehr als einem Ort verfügbar sind, können wir auf Aufklärung keinesfalls verzichten.“
„Insbesondere mit dem Blick auf Falschinformationen, die teilweise sogar von offiziellen Behörden (zum Beispiel der CDC in den USA) verbreitet werden, müssen wir sicherstellen, dass Menschen genau wissen, warum Impfungen so sicher, so effektiv und so unverzichtbar sind.“
Facharzt für Allgemeinmedizin und Leitender Arzt, Hausärztliche Gemeinschaftspraxis Martinsried, Planegg
HPV-Impfung als verpasste Chance
„Seit vielen Jahren ist es mir als Hausarzt ein besonderes Anliegen, Kinder möglichst schon mit neun bis zwölf Jahren gegen Humane Papillomviren (HPV) zu impfen. Für mich gehört diese Impfung zu den großen verpassten Chancen der Prävention in Deutschland: Wir haben eine sehr wirksame Möglichkeit, spätere HPV-bedingte Krebserkrankungen zu verhindern, sprechen über die Impfung aber häufig erst dann, wenn viele frühere Gelegenheiten bereits ungenutzt geblieben sind.“
Rolle von Haus- und Kinderarztpraxen
„Gerade Haus- und Kinderarztpraxen haben hier weiterhin eine Schlüsselrolle. Wir kennen die Familien, genießen ihr Vertrauen und können Impfentscheidungen persönlich und authentisch erklären. Dieses Potenzial lässt sich aber nur dann voll ausschöpfen, wenn Impfprävention nicht dem Zufall überlassen bleibt. Wir brauchen feste Recall-Systeme, digitale Unterstützung und perspektivisch automatische Impferinnerungen über ein strukturiertes Impfmanagement mit Schnittstelle zur elektronischen Patientenakte. Jede Praxis sollte unkompliziert erkennen können, welche Impfung fehlt, und Familien sollten aktiv erinnert werden können.“
Organisierte Impfprävention
„Zusätzlich halte ich niedrigschwellige Angebote, etwa Schulimpfprogramme, für sinnvoll. Sie sollten die ärztliche Regelversorgung ergänzen, nicht ersetzen. Entscheidend ist die Verbindung aus einer klaren ärztlichen Empfehlung, einem frühen Impfangebot und konsequentem Erinnern. Wir müssen weg vom Prinzip ‚Geimpft wird, wenn zufällig jemand daran denkt‘ hin zu einer organisierten Impfprävention (mit digital gestützter Struktur).“
Leiterin der Arbeitsgruppe Impfen und Prävention, Institut für Allgemeinmedizin, Klinikum der Universität München (LMU)
Defizite bei der Impfquote
„Besonders große Impflücken sehen wir in Deutschland zum einen bei jungen Erwachsenen, die aufgrund ihres guten Gesundheitszustandes nur sehr selten in der Primärversorgung auftauchen. Daher sind die Impfungen gegen HPV aber auch die Auffrischimpfungen gegen Keuchhusten besonders betroffen. Andererseits werden auch Erwachsene ab 60 Jahren nur sehr unzureichend gegen Influenza, Pneumokokken oder Herpes Zoster geimpft. Hier spielt weniger der reduzierte Kontakt in die Primärversorgung eine Rolle als vielmehr die reduzierte Risikowahrnehmung. Diese Patienten fühlen sich glücklicherweise oft gesund, die gestiegene Anfälligkeit gegenüber Infektionskrankheiten ist vielen nicht bewusst.“
Relevanz des Zugangs zu Impfungen
„Eine barrierearmer Zugang zu Impfungen ist auf jeden Fall sehr wichtig. Die organisatorischen Hürden sollten möglichst gering sein. Es sollte also der Impfstoff bereits in der Praxis vorhanden sein, auch Impfnachmittage oder dezidierte Samstage ohne nötige Terminvereinbarung können helfen. Ebenso niedrigschwellige Zugänge über Hausbesuche, Schulimpfprogramme oder Impfungen am Arbeitsplatz/der Universität oder in Apotheken. Hier ist natürlich eine entsprechende Schulung des impfenden Personals zu den jeweiligen Impfungen und geeigneten Kommunikationstechniken wichtig.“
Apothekenimpfungen, Impfen in Schule und bei der Arbeit
„Regelmäßige Auffrischimpfungen von Totimpfstoffen wie zum Beispiel gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis, Influenza, Tetanus und Keuchhusten und die COVID-19-Impfung können meines Erachtens gut in Apotheken verabreicht werden. Auch Schulen, Ausbildungsstätten und Arbeitsplätze sind hierfür bestens geeignet und können helfen Impflücken in der Allgemeinbevölkerung zu schließen. Aufsuchende Angebote wie Impfbusse sind häufig nicht kosteneffektiv und ermöglichen kein konstantes oder nachhaltiges Angebot.“
„Chronisch Kranke sollten jedoch ärztlich geimpft und auch Lebendimpfungen sollten im ärztlichen Kontext verabreicht werden, da hier einige Details zu beachten sind.“
Impferinnerungen
„Dass Reminder helfen, ist lange bekannt, besonders wenn sie von der bekannten hausärztlichen Praxis versandt werden. Hier spielt das Vertrauen und die lange Arzt-Patienten-Perspektive eine entscheidende Rolle. Die elektronische Patientenakte kann hier eine wichtige Rolle spielen, solange die Datenhoheit beim Patienten und den An- und Zugehörigen bleibt.“
„Digitale Sprachassistenten können neben einer Erinnerung zudem auch auf individuelle Fragen und Sorgen eingehen und mit patientenzentrierter Kommunikation die subjektive Impfbereitschaft deutlich verbessern. Hier setzt auch AVA (Projekt der Expertin; Anm. d. Red.) an: Durch eine sehr empathische und aufsuchende Impfaufklärung per Telefon verbessert sich nicht nur die Impfbereitschaft der Patienten, auch die Impfquoten können bei Über-60-Jährigen verbessert werden.“
Impfungen im Praxisalltag
„Die Impfberatung in der Primärversorgung könnte klar gestärkt werden: durch eine strukturierte Verankerung von Impfmedizin und entsprechender Impfkommunikation im Studium der Humanmedizin. Weiterhin braucht es regelmäßige Fortbildungen für ärztliches sowie nicht-ärztliches Personal im Gesundheitswesen. Die Impfberatung muss vergütet werden, nicht nur die durchgeführte Impfung.“
„Digitale Impfmanagementsysteme dürfen keine Insellösungen mehr bleiben, sondern müssen bundesweit standardisiert eingeführt werden. Sie können unter anderem Arzt und Patient an ausstehende Impfungen erinnern. Und digitale Sprachassistenten wie AVA sollten für Risikogruppen (Schwangere, chronisch Kranke, ältere Patienten) eingesetzt werden, um die Mitarbeitenden zu entlasten und zugleich eine zielgruppenspezifische Impfaufklärung zu ermöglichen.“
Relevanz von Aufklärung
„Eine gute Impfaufklärung unter Berücksichtigung von Nutzen und Risiken ist essenziell. Nur so kann eine verantwortungsvolle Impfentscheidung auf Augenhöhe getroffen werden. Vertrauen ist hierfür eine wichtige Basis, daher ist ein gutes Impfberatungsgespräch letztlich auch Beziehungsarbeit. Das Debunking von Verschwörungstheorien kann wichtig sein, das betrifft aber nur einzelne Patienten. An das soziale Verantwortungsgefühl zu appellieren kann helfen, ebenso wie der Verweis auf bestehende Empfehlungen und Regeln. Diesbezüglich sind viele Patienten seit der Pandemie aber schon informiert. Ich denke daher, dass neben dem Abbau von organisatorischen Hürden, vor allem eine gute Nutzen-Risiko-Abschätzung auf Basis von Vertrauen in das Gesundheitswesen besonders wichtig ist.“
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Stabsstelle Krebsprävention, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Heidelberg
Defizite bei der HPV-Impfquote
„Mit Blick auf die Krebsprävention bestehen in Deutschland nach wie vor erhebliche Impflücken bei der HPV-Impfung von Kindern und Jugendlichen. Obwohl die HPV-Impfung wirksam vor verschiedenen HPV-bedingten Krebserkrankungen schützen kann, bleiben die Impfquoten in Deutschland deutlich hinter den internationalen Zielsetzungen zurück.“
„Neben Informationsdefiziten spielen dabei auch strukturelle Barrieren eine wichtige Rolle, etwa fehlende Erinnerungssysteme oder eine unzureichende Einbindung der Impfung in den Alltag von Kindern und Jugendlichen. Länder mit Schulimpfprogrammen erreichen bei der HPV-Impfung regelmäßig deutlich höhere Impfquoten als Deutschland. Um das Potenzial der HPV-Impfung für die Krebsprävention besser auszuschöpfen, sollten die Erfahrungen erfolgreicher internationaler Programme auch in Deutschland stärker berücksichtigt werden.“
Relevanz des Zugangs zu Impfungen
„Die Tatsache, dass Impfungen in Deutschland häufig nur dann erfolgen, wenn Menschen aktiv eine Arztpraxis aufsuchen, ist ein wichtiger Grund für die vergleichsweise niedrigen HPV-Impfquoten. Gerade bei der HPV-Impfung setzt das derzeitige System voraus, dass Eltern entsprechende Arzttermine für ihre Kinder organisieren und wahrnehmen. Gleichzeitig haben Kinder und Jugendliche in diesem Alter nur wenige regelmäßige Arztkontakte. Dadurch bleiben viele Möglichkeiten ungenutzt, die HPV-Impfung rechtzeitig zu verabreichen.“
Impfen in der Schule und bei der U10
„Niedrigschwellige Impfangebote, etwa in Schulen, sind daher eine wichtige Stellschraube, um die HPV-Impfquoten zu erhöhen. Sie können Zugangsbarrieren abbauen und insbesondere Bevölkerungsgruppen erreichen, die bestehende Impfmöglichkeiten bislang nicht ausreichend nutzen.“
„Kurzfristig bietet zudem die stärkere Einbindung der HPV-Impfung nicht nur in die U10-, sondern auch in die U11- und J1-Untersuchungen eine realistische Möglichkeit, mehr Kinder und Jugendliche rechtzeitig zu erreichen. Die Kombination aus frühzeitiger Ansprache und einfach wahrnehmbaren Impfgelegenheiten ist ein wichtiger Baustein zur Schließung bestehender Impflücken.“
Impferinnerungen
„Strukturierte Einladungs- und Erinnerungssysteme können einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der HPV-Impfquote leisten. Ihr volles Potenzial entfalten sie jedoch erst in Kombination mit leicht erreichbaren Impfmöglichkeiten. Eltern und Jugendliche sollten nach einer Erinnerung die Möglichkeit haben, die Impfung unkompliziert wahrzunehmen, beispielsweise im Rahmen der U10-, U11- oder J1-Untersuchungen oder perspektivisch auch durch schulische Impfangebote. Internationale Erfahrungen zeigen, dass die höchsten Impfquoten dort erreicht werden, wo Information, Erinnerungssysteme und ein einfacher Zugang zur Impfung miteinander kombiniert werden.“
Professor für Klinische Pharmazie, Universität des Saarlandes, Saarbrücken
Apothekenimpfungen
„Apotheken erreichen Menschen, die sich bisher nie gegen Grippe haben impfen lassen. In unserer Studie mit über 11.000 Fragebögen aus drei Impfsaisons war fast jede siebte Person zum ersten Mal gegen Grippe geimpft . Mehr als ein Viertel dieser Erstgeimpften hätte sich nach eigener Aussage ohne die Apotheke gar nicht impfen lassen. Über alle Befragten hinweg sagte das jede sechste Person. Die meisten anderen wären sonst in eine Arztpraxis gegangen. Drei Viertel gehörten zu Gruppen, für die die Stiko die Grippeimpfung empfiehlt, meist wegen einer Vorerkrankung. Wie stark die Gesamtquote steigt, lässt sich aus einer Befragung allein nicht genau beziffern. Ich erwarte einen spürbaren Effekt auf die Impfquote, sobald deutlich mehr Apotheken impfen als heute. Zu COVID-19 haben wir keine eigenen Daten.“
Sicherheit von Apothekenimpfungen
„Niedrigschwellig heißt nicht weniger sicher. Impfen darf in der Apotheke nur, wer eine ärztlich geleitete Schulung absolviert hat. Nach der Impfung bleiben die Menschen in der Regel 15 Minuten zur Beobachtung dort, genau wie in der Arztpraxis. Schwere allergische Sofortreaktionen sind extrem selten: Auf eine Million Impfungen kommt gut ein Fall [5]. Bei über 11.000 Grippeimpfungen in Apotheken war in unserer Studie keine einzige Notfallbehandlung nötig . Für sehr seltene Ereignisse ist eine solche Studie aber zu klein. Deshalb muss jede impfende Apotheke auf den Ernstfall vorbereitet sein, mit Notfallplan, geschultem Team und Adrenalin in Reichweite. Bei einer schweren Reaktion ruft das Team sofort den Rettungsdienst und behandelt bis dahin selbst. Ich halte Apothekenimpfungen für sicher, wenn diese Abläufe sitzen.“
Ausweitung auf Totimpfstoffe
„Ich halte die Ausweitung auf Totimpfstoffe für richtig. Wer zur Grippeimpfung in die Apotheke kommt, sollte die fällige Auffrischung gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten gleich mitbekommen können. Großes Potenzial sehe ich auch bei Pneumokokken, Gürtelrose und RSV, gegen die viele Ältere noch ungeschützt sind. Seit Juli dürfen Apotheken Erwachsene mit allen Totimpfstoffen impfen, passiert ist seitdem aber wenig. Eine Erlaubnis allein impft niemanden. Es fehlen noch die abgestimmten Schulungen und eine Vergütung. Die Krankenkassen bezahlen Apotheken bisher nur Grippe- und COVID-19-Impfungen. Jede Impfung in der Apotheke muss in der elektronischen Patientenakte landen, damit die Hausarztpraxis sie sieht. Den Erfolg messe ich daran, ob mehr Menschen rechtzeitig geimpft sind, egal ob in der Praxis oder in der Apotheke.“
Kapazitäten von Apotheken
„Ob eine Apotheke impft, entscheiden vor allem Räume, Personal und das Verhältnis zu den Ärztinnen und Ärzten vor Ort. Heute impft laut der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände etwa jede zehnte Apotheke gegen Grippe. Wir haben fast 800 Apothekerinnen und Apotheker befragt und die Ergebnisse im September auf der Jahrestagung der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft vorgestellt []. Knapp die Hälfte derer, die derzeit nicht impfen, war dazu bereit oder hatte früher schon geimpft. Als Hürden nannten sie am häufigsten fehlende Räume, Personalmangel, Dokumentationsaufwand, Vorbehalte von Ärztinnen und Ärzten und die Vergütung. Impfen ist keine Nebentätigkeit, die man zwischen zwei Kundengesprächen erledigt. Es braucht feste Impfzeiten, genug Personal und eine Vergütung, die den gesamten Aufwand abdeckt. Die meisten Impfungen werden weiter in Arztpraxen stattfinden, und auch dort braucht gute Impfberatung Zeit und eine faire Vergütung. Apotheken sollen Praxen ergänzen, nicht ersetzen.“
Impfen in Schule und U-Untersuchungen
„Eine Impflücke ist nicht automatisch eine Überzeugungslücke. Wer die Impfquoten steigern will, muss die Impfung zu den Menschen bringen. In Frankreich stieg die HPV-Impfquote kurzfristig um rund sechs Prozentpunkte, als Schulen die Impfung nach einer Aufklärung direkt anboten. Aufklärung allein änderte an der Quote nichts .“
„Jede Vorsorgeuntersuchung sollte auch ein Blick in den Impfpass sein. In unserer saarländischen Auswertung waren Mädchen, die zur U11 oder J1 gingen, deutlich häufiger gegen HPV geimpft [8]. Einen Beweis für Ursache und Wirkung liefert das nicht. Entscheidend ist, ob im Termin jemand die fällige Impfung anbietet.“
Impferinnerungen
„Ich halte automatische Impferinnerungen für einen der einfachsten Hebel überhaupt. In Dänemark stieg die Grippeimpfquote chronisch kranker Erwachsener durch elektronische Erinnerungsschreiben um fast zwölf Prozentpunkte [9]. In Deutschland wäre die elektronische Patientenakte der naheliegende Weg. Dafür müssen dort aber alle Impfungen erfasst sein, auch die aus Apotheken.“
„Ich bin ehrenamtlich als zweiter Vizepräsident des Berufsverbands Deutscher Internistinnen und Internisten (BDI) tätig. Darüber hinaus habe ich in anderen thematischen Zusammenhängen Vortragshonorare von verschiedenen pharmazeutischen Unternehmen erhalten, jedoch nicht im Kontext des Themas Impfen. Spezifische Interessenkonflikte in Bezug auf die hier diskutierte Thematik bestehen daher aus meiner Sicht nicht.“
„Es sind keine Interessenkonflikte vorhanden.“
„Ich habe Honorare für Vortrags- und/oder Beratungstätigkeiten von Alexion, GSK, MSD, Sanofi, Pfizer, BioNTech, Moderna, Takeda, Bavarian Nordic, Viatris, Seqirus und Novartis sowie von verschiedenen ärztlichen Körperschaften und Institutionen erhalten, darunter die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein, das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, die Bayerische Landesärztekammer, die Ärztekammer Nordrhein und der Bayerische Hausärzteverband. Unter den genannten Unternehmen befinden sich auch Hersteller von Impfstoffen. Für MSD habe ich auch Vortrags- und/oder Beratungstätigkeiten im Bereich HPV beziehungsweise HPV-Impfung durchgeführt.“
„Interessenkonflikte habe ich keine zu berichten.“
„Es besteht kein Interessenkonflikt finanzieller Art. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stabsstelle Krebsprävention am DKFZ setze ich mich im Rahmen meiner Tätigkeit für die Stärkung der Krebsprävention ein. Dazu gehört auch das Ziel, die HPV-Impfquote in Deutschland zu erhöhen.“
„Ich bin Mitautor der zitierten eigenen Arbeiten zu Apothekenimpfungen (Grippeimpfstudie und Apothekerbefragung) und zur HPV-Impfung (PRÄZIS-Projekt). Meine Arbeiten zu Apothekenimpfungen werden von der Europäischen Union im Projekt EUVABECO (Horizon Europe) gefördert. Die HPV-Arbeit wurde vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses und aus saarländischen Landesmitteln gefördert. Für die Grippeimpfstudie erhielten Mitautorinnen und Mitautoren projektbezogene Förderung von Krankenkassen, den Apothekerverbänden Nordrhein und Westfalen-Lippe sowie der GEHE Pharma Handel GmbH. Ich bin Mitgründer, Gesellschafter und Geschäftsführer der Saarmetrics GmbH und habe von diesem Unternehmen persönliche Vergütungen erhalten. Für die CONTAIN-Studie zur Prävention von SARS-CoV-2-Infektionen mit Azelastin erhielt ich Forschungsförderung von der URSAPHARM Arzneimittel GmbH.“
Alle anderen: Keine Angaben erhalten
Weiterführende Recherchequellen
Science Media Center (2026): Stiko: Kinder mit Grunderkrankungen unzureichend gegen Grippe geimpft. Statements. Stand: 16.09.2026.
Literaturstellen, die von den Expert:innen zitiert wurden
[] Schulte K et al. (2019): Strategies for Improving Influenza Vaccination Rates in Patients with Chronic Renal Disease. Deutsches Ärzteblatt International. DOI: 10.3238/arztebl.2019.0413.
[2] Nguyen-Huu NH et al. (2020): Human papillomavirus vaccination coverage, policies, and practical implementation across Europe. Vaccine. DOI: 10.1016/j.vaccine.2019.11.081.
[3] Fröbert O et al. (2021): Influenza Vaccination After Myocardial Infarction: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled, Multicenter Trial. Circulation. DOI: 10.1161/circulationaha.121.057042.
[] Werthner Q et al. (2025): Client satisfaction, safety, and insights from a three-season survey on influenza vaccinations delivered at community pharmacies in Germany. Vaccine. DOI: 10.1016/j.vaccine.2024.126650.
[5] McNeil MM et al. (2016): Risk of anaphylaxis after vaccination in children and adults. Journal of Allergy and Clinical Immunology. DOI: 10.1016/j.jaci.2015.07.048.
[] Neuschwender F et al. (2026). Pharmacists' Perspectives on Vaccination Services in German Community Pharmacies. A Nationwide Cross-Sectional Study. Poster und Flash Talk, Jahrestagung der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG), September 2026.
[7] Thilly N et al. (2024): Effectiveness of a School- and Primary Care–Based HPV Vaccination Intervention. JAMA Network Open. DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2024.11938.
[8] Sternjakob-Marthaler A et al. (2022): Human papillomavirus vaccination of girls in the German model region Saarland: Insurance data-based analysis and identification of starting points for improving vaccination rates. PLOS ONE. DOI: 10.1371/journal.pone.0273332.
[9] Johansen ND et al. (2024): Electronic Nudges to Increase Influenza Vaccination in Patients With Chronic Diseases. JAMA. DOI: 10.1001/jama.2024.21060.
Literaturstellen, die vom SMC zitiert wurden
[] Rieck T et al. (2025): Impfquoten in Deutschland. Epidemiologisches Bulletin. DOI: 10.25646/13589.2
[II] Nguyen-Huu NH et al. (2020): Human papillomavirus vaccination coverage, policies, and practical implementation across Europe. Vaccine. DOI: 10.1016/j.vaccine.2019.11.081.
[III] Takla A et al. (2025): Das HPV-Schulimpfprogramm der Stadt Bremen und seine Effekte auf die Inanspruchnahme der HPV-Impfung 2015 – 2023. Epidemiologisches Bulletin. DOI: 10.25646/13010
[IV] Science Media Center (2026): G-BA entscheidet über zusätzliche Früherkennungsuntersuchung U10 für Kinder. Statements. Stand: 20.08.2026.
[V] Werthner Q et al. (2025): Client satisfaction, safety, and insights from a three-season survey on influenza vaccinations delivered at community pharmacies in Germany. Vaccine. DOI: 10.1016/j.vaccine.2024.126650.
[VI] Jacobson Vann JC et al. (2018): Patient reminder and recall interventions to improve immunization rates. Cochrane Database of Systematic Reviews. DOI: 10.1002/14651858.cd003941.pub3.
PD Dr. Kevin Schulte
Stellvertretender Direktor und Oberarzt der Klinik für Innere Medizin IV mit den Schwerpunkten Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel
Angaben zu möglichen Interessenkonflikten
„Ich bin ehrenamtlich als zweiter Vizepräsident des Berufsverbands Deutscher Internistinnen und Internisten (BDI) tätig. Darüber hinaus habe ich in anderen thematischen Zusammenhängen Vortragshonorare von verschiedenen pharmazeutischen Unternehmen erhalten, jedoch nicht im Kontext des Themas Impfen. Spezifische Interessenkonflikte in Bezug auf die hier diskutierte Thematik bestehen daher aus meiner Sicht nicht.“
Prof. Dr. Sylvia Thun
Direktorin für Digitale Medizin und Interoperabilität, Berlin Institute of Health (BIH), und Direktorin, Core-Unit eHealth und Interoperabilität (CEI), Charité, Berlin
Dr. Sarah Eitze
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Medien- und Kommunikationswissenschaft, Universität Erfurt
Angaben zu möglichen Interessenkonflikten
„Es sind keine Interessenkonflikte vorhanden.“
Prof. Dr. Jörg Schelling
Facharzt für Allgemeinmedizin und Leitender Arzt, Hausärztliche Gemeinschaftspraxis Martinsried, Planegg
Angaben zu möglichen Interessenkonflikten
„Ich habe Honorare für Vortrags- und/oder Beratungstätigkeiten von Alexion, GSK, MSD, Sanofi, Pfizer, BioNTech, Moderna, Takeda, Bavarian Nordic, Viatris, Seqirus und Novartis sowie von verschiedenen ärztlichen Körperschaften und Institutionen erhalten, darunter die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein, das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, die Bayerische Landesärztekammer, die Ärztekammer Nordrhein und der Bayerische Hausärzteverband. Unter den genannten Unternehmen befinden sich auch Hersteller von Impfstoffen. Für MSD habe ich auch Vortrags- und/oder Beratungstätigkeiten im Bereich HPV beziehungsweise HPV-Impfung durchgeführt.“
PD Dr. Linda Sanftenberg
Leiterin der Arbeitsgruppe Impfen und Prävention, Institut für Allgemeinmedizin, Klinikum der Universität München (LMU)
Angaben zu möglichen Interessenkonflikten
„Interessenkonflikte habe ich keine zu berichten.“
Dr. Nobila Ouédraogo
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Stabsstelle Krebsprävention, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Heidelberg
Angaben zu möglichen Interessenkonflikten
„Es besteht kein Interessenkonflikt finanzieller Art. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stabsstelle Krebsprävention am DKFZ setze ich mich im Rahmen meiner Tätigkeit für die Stärkung der Krebsprävention ein. Dazu gehört auch das Ziel, die HPV-Impfquote in Deutschland zu erhöhen.“
Prof. Dr. Thorsten Lehr
Professor für Klinische Pharmazie, Universität des Saarlandes, Saarbrücken
Angaben zu möglichen Interessenkonflikten
„Ich bin Mitautor der zitierten eigenen Arbeiten zu Apothekenimpfungen (Grippeimpfstudie und Apothekerbefragung) und zur HPV-Impfung (PRÄZIS-Projekt). Meine Arbeiten zu Apothekenimpfungen werden von der Europäischen Union im Projekt EUVABECO (Horizon Europe) gefördert. Die HPV-Arbeit wurde vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses und aus saarländischen Landesmitteln gefördert. Für die Grippeimpfstudie erhielten Mitautorinnen und Mitautoren projektbezogene Förderung von Krankenkassen, den Apothekerverbänden Nordrhein und Westfalen-Lippe sowie der GEHE Pharma Handel GmbH. Ich bin Mitgründer, Gesellschafter und Geschäftsführer der Saarmetrics GmbH und habe von diesem Unternehmen persönliche Vergütungen erhalten. Für die CONTAIN-Studie zur Prävention von SARS-CoV-2-Infektionen mit Azelastin erhielt ich Forschungsförderung von der URSAPHARM Arzneimittel GmbH.“