Verkaufsstart der „Abnehmtabletten“ – Chancen, Risiken und offene Fragen der Forschung
Mit Semaglutid (Handelsname Wegovy) kommt in Kürze erstmals ein Abnehmwirkstoff auch als Tablette auf den deutschen Markt. Bisher müssen derlei GLP-1-Rezeptoragonisten zur Gewichtsreduktion gespritzt werden. Die Tablettenform dürfte vielen Menschen den Zugang zu solchen Medikamenten erleichtern und die Debatte um die Behandlung von Adipositas neu befeuern.
In der EU ist die Wegovy-Tablette von Novo Nordisk seit Mitte Juli für Erwachsene mit Adipositas oder mit Übergewicht und mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung zugelassen. Die Tablette ist verschreibungspflichtig und soll hierzulande laut Herstellerangaben nun im Laufe des dritten Quartals erhältlich sein [I]. Eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen ist auch bei der Wegovy-Tablette zunächst nicht zu erwarten: Abnehmmittel gelten hierzulande seit 2004 als sogenannte Lifestyle-Arzneien und sind laut Sozialgesetzbuch damit keine Kassenleistung. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat dies 2024 formal bestätigt [II]. Wird Semaglutid stattdessen zur Behandlung von Typ-2-Diabetes verschrieben (Handelsname Ozempic), übernehmen die Krankenkassen die Kosten regulär. Mittlerweile deuten viele Studien auch auf weitere gesundheitsförderliche Effekte der GLP-1-Rezeptoragonisten hin. Hersteller wie Novo Nordisk oder Eli Lilly zählen durch den Verkauf dieser Arzneien mittlerweile zu den umsatzstärksten Pharmaunternehmen.
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„Ich erhalte Forschungsförderung durch die DFG, die Else-Kröner-Fresenius-Stiftung und das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Heimat. Ich bin Studienleiter einer Evaluationsstudie für eine DiGA für die Indikation Diabetes (Una Health) und bin im Advisory Board der Firma Oviva Deutschland. Bis 2022 war ich im nationalen Advisory Board von Novo Nordisk, bin dann aber ausgetreten und habe seitdem keinerlei Beziehungen zu Pharmafirmen auf diesem Gebiet. Ansonsten bin ich Vorsitzender der Deutschen Diabetes Stiftung e.V. und adoptiertes Mitglied im Wissenschaftlichen Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. Ich habe keine Patente und keine Aktien von Pharmaunternehmen.“
„Ich erstelle Rechtsgutachten und halte Vorträge für zahlreiche Akteure in Politik und Gesundheitswesen. Aber einen Interessenkonflikt sehe ich bei diesem Thema nicht.“
„Ich habe Fortbildungs- und Reisekosten von Novo Nordisk Rare Diseases erhalten sowie ein Honorar für eine Sprecherinnentätigkeit beim FOMF.“
Weiterführende Recherchequellen
Science Media Center (2026): GLP-1-Analoga zum Abnehmen. Data & Facts. Stand: 22.04.2026.
Literaturstellen, die vom SMC zitiert wurden
[I] Novo Nordisk (17.07.2026): Meilenstein in der Adipositastherapie: Wegovy® Tablette erhält EU-Zulassung. Pressemitteilung.
[II] Gemeinsamer Bundesausschuss (21.03.2024): G-BA vollzieht den gesetzlichen Verordnungsausschluss für das Abmagerungsmittel Wegovy® nach. Pressemitteilung.
Prof. Dr. Hans Hauner
Ehemaliger Direktor und Seniorprofessur für Ernährungsmedizin, Else-Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin, Technische Universität München (TUM)
Angaben zu möglichen Interessenkonflikten
„Ich erhalte Forschungsförderung durch die DFG, die Else-Kröner-Fresenius-Stiftung und das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Heimat. Ich bin Studienleiter einer Evaluationsstudie für eine DiGA für die Indikation Diabetes (Una Health) und bin im Advisory Board der Firma Oviva Deutschland. Bis 2022 war ich im nationalen Advisory Board von Novo Nordisk, bin dann aber ausgetreten und habe seitdem keinerlei Beziehungen zu Pharmafirmen auf diesem Gebiet. Ansonsten bin ich Vorsitzender der Deutschen Diabetes Stiftung e.V. und adoptiertes Mitglied im Wissenschaftlichen Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. Ich habe keine Patente und keine Aktien von Pharmaunternehmen.“
Prof. Dr. Stefan Huster
Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Sozial- und Gesundheitsrecht und Rechtsphilosophie sowie Direktor des Instituts für Sozial- und Gesundheitsrecht, Ruhr-Universität Bochum
Angaben zu möglichen Interessenkonflikten
„Ich erstelle Rechtsgutachten und halte Vorträge für zahlreiche Akteure in Politik und Gesundheitswesen. Aber einen Interessenkonflikt sehe ich bei diesem Thema nicht.“
Dr. Nina Meyer
Leiterin des Ernährungsteams und der Endokrinologie am interdisziplinären Adipositaszentrum, Medizinische Klinik für Endokrinologie und Stoffwechselmedizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin
Angaben zu möglichen Interessenkonflikten
„Ich habe Fortbildungs- und Reisekosten von Novo Nordisk Rare Diseases erhalten sowie ein Honorar für eine Sprecherinnentätigkeit beim FOMF.“