Wie man Cyberangriffe zurückverfolgt
Rückverfolgung von Cyberangriffen ist oft nicht eindeutig möglich, Verantwortliche werden trotzdem oft schnell benannt
gerade vermeintlich staatlichen Akteuren werden Cyberangriffe möglicherweise voreilig oder politisch motiviert zugeschrieben
Experten: Zuschreibungen können politisch motiviert, aber dennoch richtig sein; wichtig ist klare Kommunikation, was tatsächlich belegt ist
Immer wieder wird über mögliche Cyberangriffe auf Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU), die Ukraine oder die USA berichtet. Die Verantwortlichen scheinen oft schnell gefunden: Russland, China, Iran oder Nordkorea. Es wirkt, als wüssten Geheimdienste, Politik und IT-Sicherheitsunternehmen bereits kurz nach der Attacke, wer verantwortlich ist – insbesondere, wenn es um staatliche Akteure geht und obwohl die Beweisführung oft länger dauert.
Eine Cyberattacke lückenlos auf einen Angreifer zurückzuführen, ist in der Praxis schwierig. Dennoch hinterlassen Datenströme im Internet Spuren, über die der mögliche Ausgangspunkt eines Angriffs ausfindig gemacht werden kann. Das können etwa Einträge in Logdateien von Routern, Zeitstempel oder verwendete IP-Adressen sein. Wer nachvollziehen möchte, welchen Weg ein Datenpaket im Internet genommen hat, wo es herkam und an wen es gesendet wurde, kann diese Informationen sammeln und auswerten – zumindest teilweise und in der Theorie [I].
„Keine Konflikte.“
„Ich habe keinen Interessenkonflikt.“
Alle anderen: Keine Angaben erhalten
Literaturstellen, die vom SMC zitiert wurden
[I] Sanjay G et al. (2021): Attribution Across Cyber Attack Types: Network Intrusions and Information Operations. IEEE Open Journal of the Communications Society. DOI: 10.1109/OJCOMS.2021.3074591.
[II] Universität Heidelberg: European Repository of Cyber Incidents (EuRepoC). Datenbank mit interaktiven Grafiken. Abgerufen am: 04.08.2026.
Prof. Dr. Jörn Müller-Quade
Professor für Kryptographie und Sicherheit, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Karlsruhe
Prof. Dr. Tibor Jager
Professor für IT-Sicherheit und Kryptographie, Bergische Universität Wuppertal
Angaben zu möglichen Interessenkonflikten
„Keine Konflikte.“
Prof. Dr. Thorsten Holz
wissenschaftlicher Direktor, Max-Planck-Institut für Sicherheit und Privatsphäre, Bochum
Angaben zu möglichen Interessenkonflikten
„Ich habe keinen Interessenkonflikt.“